"Über den richtigen Umgang mit dem "Allgemeinen und dem "Besonderen" :
Wo und wie Sie Ihre Ressourcen besten einsetzen können.
Wie kann man die zur Verfügung stehenden Ressourcen zur Vermarktung ostbayerischer Städte, Gemeinden, Landschafts- und sonstiger Feriengebiete optimal einsetzen? Darüber ist man sich nicht erst seit der im Frühjahr 2009 veröffentlichten CenTouris-Studie "Tourismusstrukturen im Bezirk der IHK Regensburg" im gesamten ostbayerischen Raum wirklich nicht einig.
Dürfen Einzelgemeinden oder relativ kleine Feriengebiete überregional Werbung treiben, oder besser ausgedrückt: ist dies sinnvoll? Gibt es vernünftige und gut begründete Situationen, in den eine Gemeinde gut daran tut, gegen die reine Lehre der richtigen überregionalen Vermarktung von Destinationen (Urlaubszielen) durch Dachorganisationen zu handeln?
Lassen Sie uns einen Blick auf das reale Leben werfen. Schauen wir uns die Hierarchie der Einrichtungen zum Destinationsmarketing (früher: "Fremdenver-kehrswerbung") in Bayern bzw Ostbayern in aller Kürze und ohne Anspruch auf Vollständigkeit an.
Die zentrale Einrichtung in Bayern zur überregionalen Vermarktung der Destination (des Urlaubsziels) "Bayern" ist die BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH (byTM). byTM arbeitet auch eng mit der Deutschen Zentrale für Tourimus (DZT) zusammen. Im Zentrum der in München beheimateten Organisation steht die Werbung für die starke Dachmarke Bayern. Bayern ist das beliebteste Urlaubsziel derjenigen deutschen Urlauber, die gerne verreisen, und doch "zuhause" Urlaub machen wollen. Der Begriff "Bayern" hat unter den Urlaubszielen der deutschen Bevölkerung die höchste Bekanntheit und ist mit sehr großer Sympathie besetzt.
Der Fokus von byTM liegt dabei definitionsgemäß auf der Gewinnung neuer Gäste.
Neben vielen anderen Aktivitäten von byTM findet sich ein konzentrierter Ausdruck der nach außen verbreiteten Informationen auf der zugehörigen touristischen Homepage
www.bayern.by.
Eine Stufe unter dieser zentralen Organisation operieren in Bayern die regionalen Landesverbände, in der Region Ostbayern ist das der Tourismusverband Ostbayern e.V. (TVO) mit Sitz in Regensburg. Der Traditionsverband soll wie seine Mitstreiter in Bayern die bayerischen Tourismusangebote seiner Region dfferenzieren und in Konkurrenz (!) zu den anderen Regionen auf den Urlaubsmarkt bekannt machen.
Diese Aufgabe leidet darunter, dass die Aktivitäten unter dem selbst hierzulande wenig beliebten und außerhalb Bayerns eher unbekannten Kunstbegriff "Ostbayern" zusammengefasst sind. Im einzelnen wird von diesen Gebieten gesprochen:
Wie man als Kenner unserer Region unschwer sieht, muss man sich sehr strecken, um eine verbindendende Klammer zu erkennen, die weiter reicht, als die reine geographische Zuordnung in Abgrenzung zu Regionen wie Oberbayern oder Franken. Häufig werden Sie sich selbst eher der Oberpfalz oder Niederbayern zugehörig fühlen.
Das gilt nicht nur für Sie, sondern auch für Ihre Gäste! Es ist schwer vorstellbar, dass unsere Urlauber zu echten "Ostbayern"-Fans werden könnten. Aber was ist die Alternative? Darüber sprechen wir gerne mit Ihnen!
Werfen Sie vielleicht noch einmal einen Blick auf die zugehörige Homepage
www.ostbayern-tourismus.de
Allein in der Oberpfalz haben wir 7 Landkreise. Jeder Landkreis hat einen eigenen, meist sehr aktiven Tourismusreferenten. Diese Fachleute sitzen direkt vor Ort. Sie sind mit Geld ausgestattet, bestens mit der Situation vertraut und kennen die lokalen Akteure. Sie müssten doch eigentlich auch die besten Maßnahmen treffen können, oder?
Leider gibt es da ein Problem: Ihre Gäste orientieren sich genauso wie die Urlaubsattraktionen nicht an Landkreisgrenzen.
Bei der Urlaubsplanung spielt es keine Rolle, ob eine Kanutour am Regen Landkreisgrenzen überschreitet oder ein sehr reizvoller Bayerwald-Gipfel in unmittelbarer Nähe eines Urlaubsorts im zugehörigen Landkreis Regen oder doch im Landkreis Deggendorf liegt. Aber darf man mit dem Etat des LK Regen Werbung für Ziele im LK Deggendorf machen?
Unterhalb der Einheiten Bayerischer Wald, Oberpfälzer Wald usw., aber teilweise auch hier "grenzüberschreitend" gibt es eine erkleckliche Anzahl von Feriengebiete, die ihre Haut zusätzlich zu den Anstrengungen der vorgenannten Institutionen selbst zu Markte tragen, z.B. Naturpark Steinwald oder "Naturpark Altmühltal".
Das sehen die Dachorganisationen nicht immer gerne. Sie halten das für Ressourcenverschwendung. Zu Recht?
Es ist in der Tat eine spannende Frage, ob es sinnvoll ist, diese Gebiete in Eigeninititative zu vermarkten, etwa in Nordrhein-Westfalen. Aber wenn Sie sich in den überregionalen Anstrengungen der "Zentrale" nicht wiederfinden?
Hier gibt es mit Regensburg, der 2000jährigen Stadt an der Donau, spätestens nach Papstbesuch und Ernennung zum UNECSO-Welterbe einen Selbstläufer beim Wettlauf deutscher Städte um die Gunst potentieller Gäste. Aber Amberg, Weiden und die anderen Städte Ostbayerns haben ebenfalls ihre ganz speziellen Reize als Urlaubsziel. Diese Attraktionen werden mehr oder weniger erfolgreich von den Kommunen selbst vermarktet. Auch kleine Gemeinden im Bayerischen Wald sind da manchmal sehr aktiv, TVO und byTM hin oder her.
In den meisten Fällen werden aber Chancen vertan: Es gibt nämlich das gleiche Problem wie bei den Landkreisgrenzen: Die für die Gewinnung neuer Gäste wichtigen Attraktionen enden nicht an den Stadtgrenzen, werden aber gerne bei Werbeanstren-gungen unter den Tisch gekehrt.
Dieser Mangel wirkt sich um so mehr aus, wenn die besagten Reize nicht ausreichen, um aus der Ferne den Wunsch auszulösen, ausschließlich in einer bestimmten Stadt Ostbayerns den Jahresurlaub zu verbringen.
Die Lösung liegt darin, das jeweilige Umland nicht als Konkurrenz zu sehen, sondern als willkommene Ergänzung.
Das funktioniert übrigens auch in umgekehrter Richtung: wenn der noch so attraktive Reiterhof nebst Burgruine und Wanderwegen in Ihrer relativ kleinen Gemeinde nicht wirklich ausreichen, um den heißen Wunsch nach einem Urlaub bei Ihnen zu entflammen.
Eine nicht allzuweit entfernte, halbwegs attraktive Stadt bietet dann eine willkommene Abwechselung nach all der Ruhe - und die Gelegenheit Nützliches und allerhand Unnützes bei einem ausgiebigen Shoppingbummel "in der Stadt" zu erwerben.
Nach diesem kleinen Einblick: wann und wo sollten Sie sich mit welchen Aktivitäten zur Gästegewinnung zurückhalten, wo müssen Sie Ihr Engagement verstärken. Außenwerbung ja oder nein, neue Wanderwege oder Fernsehspots in Hambung? Was ist richtig, was ist falsch?
Beantworten Sie diese (und weitere) Fragen mit unserer Hilfe und gewinnen Sie neue Gäste:
Welche Aufgaben können und sollten Sie an TVO und byTM deligieren?
Welche Maßnahmen gehören zwar in deren Aufgabengebiet, werden aber nicht ausgeführt?
Vielleicht nur ein Kommunikationsproblem: Haben Sie sich mit entsprechenden Anliegen bereits an diese Organisationen gewendet?
Wann und bei welchen Aufgabengebieten sind eigene, zusätzliche Aktivitäten zur Vermarktung Ihres Urlaubsgebietes erforderlich und sinnvoll?
Verleitet die Aufnahme weiterer, nicht im Ort liegender Attraktionen in Ihre Werbung Ihre Zielgruppen nicht dazu, gleich bei den lieben Nachbarn Urlaub zu machen?
Wann kann, ja sollte man doch versuchen, eine eigene Marke für Ihre Destination zu kreieren und überregional zu vermarkten?
Was kann das Internet für die Gewinnung von Neukunden - und was nicht?